CreativeCommons Lizenzen sind riskant für echt freie Werke (seit 2015-10-08 dank GPL-Kompatibilität von BY-SA nicht mehr!)

Update (2015-10-08): Mit der Kompatibilität von BY-SA in Richtung GPLv3 ändert sich die Grundlage dieses Artikels. Wenn die veröffentlichte Datei deines Werkes auch die ist, die du als Grundlage für Änderungen nehmen würdest, ist die CC BY-SA Lizenz jetzt die sinnvollste Wahl für freie Kunst, weil sie niedrigere Hürden für deren Veröffentlichung hat.

Ich will alle zukünftigen Adaptionen meiner Werke mit all meinen anderen Werken nutzen können (nicht nur dürfen, sondern die praktische Möglichkeit dazu haben).

Viele reden jetzt über Creative Commons, aber für die Belange freier Kultur sind sie gefährlich unsicher, wenn du kommerzielle Nutzung erlauben willst (bei den nichtkommerziellen fällt die Gefahr weg, sie bringen für freie Werke aber ganz eigene Probleme).

Anmerkung (2014-09-05): Sollte die cc by-sa kompatibel mit der GPL werden, werde ich diese Haltung überdenken, da ich damit Anpassungen meiner Werke immer sichern kann, falls jemand die Schwächen der cc by-sa ausnutzt, solange das aber nicht passiert, können andere meine Werke mit mehr anderen Werken kombinieren.
Meine Bedingung an eine freie Lizenz ist: Ich will alle zukünftigen Adaptionen meiner Werke mit all meinen anderen Werken nutzen können (nicht nur dürfen, sondern die praktische Möglichkeit dazu haben). Da Programme die GPL brauchen und ich gerne Programmiere, müssen alle Lizenzen, die ich verwende, Copyleft und GPL-kompatibel sein. Zur Zeit trifft das nur auf die GPL zu, aber das könnte sich bald ändern.

Die Ausnahme der Regel ist die cc-GPL. Sie ist sicher, da sie direkt die normale GPL v2 or later mit ein paar Bildern ist.

Mein Grund dafür, dass CC-Lizenzen bei mir nicht in Frage kommen ist, dass nach meinem Verständnis die einzige "Sicherung" des Quelltextes das folgende ist:

"(IV) when You Distribute or Publicly Perform the Adaptation, You may not impose any effective technological measures on the Adaptation that restrict the ability of a recipient of the Adaptation from You to exercise the rights granted to that recipient under the terms of the Applicable License." - Das ist aus der neusten Version: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode

Das heißt: Ich darf nicht extra beschränken, aber wenn es Teil meiner Leistung ist, dass es als 32kB/s Radiostream kommt, muss ich auch keine bessere Version vorhalten, und Liedtexte oder ähnliches sind auch nicht enthalten, selbst wenn ich sie geändert habe.

Das heißt auch, ich kann einen cc-by-sa Text nehmen und in eine Flash Animation packen, die automatisch scrollt und ihn für jegliche Nachnutzer fast unbrauchbar macht, und ich muss den Originaltext nicht rausgeben.

Aus dem Wissenschaftsbereich: Ich kann ein LaTeX-Dokument nehmen, ändern, und es nur als PDF rausgeben (mit shapes statt Buchstaben), und damit muss ich meine Änderungen effektiv nicht mehr freigeben.

Und das ist für eine freie Lizenz inakzeptabel und zeigt für mich, dass bisher der Denkansatz dahinter wohl nicht "Freiheit" ist, sondern "möglichst leichte Anwendbarkeit, auch wenn es langfristig unsicher ist".

Daher: Finger weg von CreativeCommons Lizenzen für freie Werke.

Für freie Werke sollten nur echt freie Lizenzen genutzt werden.

Für unfreie, nur nichtkommerziell nutzbare oder vogelfreie Werke sind CC-Lizenzen sinnvoll, aber die ShareAlike Bedingung ist zu zahnlos um eine echt freie Lizensierung mit CreativeCommons Lizenzen zu ermöglichen.

Anmerkung: Wenn nur nichtkommerzielle Nutzung erlaubt wird (Creative Commons License), ist dieses Problem weniger präsent, weil damit der Anreiz, die Zielsetzung "wer mein Werk nutzt muss auch mir die Nutzung erlauben" zu umgehen deutlich schwächer wird. Dadurch ist das die einzige CC Lizenz, die ich nutzen würde, abgesehen natürlich von CC GPL und CC LGPL. Allerdings ist ein Werk, das nur nichtkommerzielle Nutzung erlaubt per Definition inkompatibel mit freier Software und macht auch auch sonst ein ganz eigenes Fass von Problemen auf. – Arne

Weitere Info: Warum wir für unser Rollenspiel-Regelwerk (RPG) die GPL statt den cc-Lizenzen oder der GFDL verwenden.

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Text vs andere Medien

Hm, wenn das tatsächlich so gilt (und ich vertraue Dir da), dann ist das natürlich blöd. Allerdings ist ja auch die Frage, für welchen Typus von Inhalt man die Lizenz nutzt. Daraus ergeben sich direkt Unterschiede darin, wie schlimm diese Einschränkung ist.

Wenn ich als Beispiel meinen Rollenspiel-Podcast nehme, dann weiß ich nicht, welchen Vorteil der Künstler (oder irgendwer) davon hat, wenn ich das Werk in höherer Bitrate als (für die Anwendung) sinnvoll bzw das gesamte Audacity-Projekt zur Weiterverarbeitung freigebe. Ist so ein bisschen die Frage von End- und Zwischenwerken. Mein Podcast ist tendenziell ein Endwerk; den wird kaum jemand weiter verarbeiten. Ein Musikstück kann aber gut und gerne ein Zwischenwerk sein, dass später verbessert oder verarbeitet wird.

Hm, wo will ich eigentlich hin? Also, wenn aus dem Musikstück ein neues, besseres gebaut wird, dann sollten die Änderungen für alle verfügbar sein und zwar ohne Einschränkungen (Bitrate, Quelltext/Projekt). Aber wenn es nur verarbeitet wird, dann ist das rückfüttern der Änderungen sinnlos.

Wenn man jetzt also wüsste, dass ein Werk nur für Verarbeitung und nicht zur Verbesserung genutzt wird, hat man keinen Nachteil durch die cc-*-Lizenzen. Oder sehe ich das falsch?

Konkret ist es mir bei meinem Podcast egal, ob eventuelle Derivate nun im gleichen Format zurück kommen oder nicht.

Für alles, was man als Gemeinschaftswerk sieht, das kontinuierlich verbessert werden soll, gebe ich Dir aber nach Deiner Erörterung Recht.

PS: Wenn jemand danach fragen sollte, wäre das für mich kein Problem, die Projekte raus zu geben, aber ich sehe den Sinn dahinter nicht.

Universalis! Das wäre ein

Universalis!

Das wäre ein Beispiel, wo Leute einen Vorteil von höherer Qualität haben könnten. Schließlich hast du es (gut begründet) in den höchsten Tönen gelobt.

Die könnten einige deiner tollsten Aussagen als Begrüßung auf ihre Seite stellen.

Format zur Weiterverarbeitung

Der Unterschied liegt effektiv direkt darin, wie groß der Unterschied zwischen Austauschversion und Bearbeitungsversion ist.

Nehmen wir deinen Podcast: Wenn jemand deine Stimme total faszinierend fände, könnte er sie in maximaler Qualität haben wollen, um sie als Grundmaterial für neue Werke zu nehmen.

Stell dir ein Klangmodell vor, in dem viele tolle Stimmen sich zu einem größeren Gesamtwerk verweben.

Und jetzt nimm an, dass du in dem Klangmodell eine Sequenz hörst, die du als Hintergrund für die Jingle deines Podcasts nehmen willst.

Da die Quellen nicht direkt verfügbar sind, dürfte die Qualität an dem Punkt bereits so weit kaputt sein, dass die Sequenz für dich nicht mehr zu verwenden ist (v.a. wenn sie überblendet wird).

Effektiv ist ein Endwerk so auch immer teilweise ein potenzielles Zwischenwerk.

Die Schwierigkeit bei Musik (und auch Bildern und Filmen) ist, dass bei ihnen die Quellen oft signifikant größer sind als die Austauschversion, so dass die Notwendigkeit, die Quellen vorrätig zu halten, nicht unwesentliche Kosten verursachen kann. Da gibt es dann noch den Ausweg zu sagen, dass die Produzierten Dateien als Quellen angesehen werden.

Das machen z.B. die Leute bei Wesnoth: Bei Bildern wird das Format, das die Zeichner einsenden, als Quellmaterial angesehen. Entsprechend wird dann halt das Material auch als Grundlage zum Weiterverarbeiten genutzt.

In deinem Podcast sind Musik und Stimme sinnvoll getrennt, so dass jeder mit Audacity aus deinem Cast die Einzelteile extrahieren kann.

Bei einem Interview wären aber z.B. die Einzeltracks interessant für die Bearbeitung.

Aber es stimmt, dass die Einschränkung bei Musik (noch) viel weniger weh tut als bei Programmen. Überleg aber mal, was die immer weiter gehende automatsche Indexierung des Netzes bewirken kann. Vielleicht haben irgendwann Leute Programme, mit denen sie automatisch passende Musikschnippsel aus allen möglichen freien Quellen verbinden können.

Und dann wieder andere, die diese verbundenen Werke weiterbearbeiten und damit den Klang von „Bremen im Netz“ streamen…

PS: Du musst selbst bei der GPLv3 die Quellen nicht auf die Seite stellen, sondern nur anbieten, sie Leuten zu geben, wenn sie dich fragen.

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Willkommen im Weltenwald!



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