Ich hab' nichts zu verbergen…hab’ ich gedacht

Hab’ ich gedacht…

→ Audio-Datei: ogg | mp3

> Eines der Lieder im Zeitenwind. <

Griffe: e a | e a | e a e | e a || e | a | e | a e


Ich hatte nie was zu verbergen, schrieb alles offen auf,
und floss nur so durchs Leben, die Leiter schnell hinauf.
Ich dacht', nichts könnt mich stoppen, denn ich war ein guter Christ,
dann fragte mich das BKA, wer denn mein Brieffreund ist.

Nichts zu verbergen  
hab' ich gedacht,   
dann war'n sie bei mir,   
was ham die gelacht.   

Ich war total verstört, was woll'n die denn bei mir?
dann sah mich einer freundlich an, "wir woll'n ja nichts von dir."
Der andre aber war nicht nett, nahm meinen Rechner fort,
sagt "die Woche sind sie in der Stadt", ich fand kein einzig's Wort.

- Ref -

Die Woche ging nur langsam, dann war'n sie wieder da,
mein Rechner blieb natürlich fort, das war mir eh schon klar.
Doch dann sagt einer, "also echt, was sie so gerne schauen,
verdächtig ist es doch", das musst ich erst verdauen.

- Ref -

Doch weiter ging's, "wir haben so Verdachtsmomente hier,
in ihrer E-Mail stand es klar, sie fahr'n auch mal nach Bier,
und da, ihr Spruch, 'der kann mich mal, dem brat' ich eine rein',
der ist von der Verfassung her so aber gar nicht fein."

- Ref -

Sie gingen wieder, taten nichts, doch jeder sprach von mir,
Gerüchte sprossen massenhaft, mein Boss rief mich um vier.
Ich sei für sein Geschäft nicht gut, ich müsste das versteh'n,
brächt' die Kollegen in Gefahr, drum sollt' ich besser geh'n.

- Ref -

Mein Job war weg, der Rechner weg, die Freunde hatten Sorgen,
Einen traf das BKA schon früh am nächsten Morgen.
Sie schrieben nicht mehr, sagten nichts mehr, so war ich allein,
nur einer kam zu mir und sprach "Verschlüssellung wär' fein."

- Ref - 

Nun hab ich die Lektion gelernt, verschlüssel' alle Daten,
Mit GnuPG die E-Mails - so können die nur raten.
Als sie dann wieder bei mir war'n, lacht' ich in mich hinein,
in meine Daten, meine Mails, schau' nur noch ich hinein.

Nichts zu verbergen?  
ham die gefragt,  
wollten's dann lesen,  
jetzt bin ich's der lacht. 

Ich treff' jetzt viele Leute und geb' jedem GnuPG,
Das BKA ist angeschmiert, das knacken sie halt nie¹,
so reden wir jetzt wieder frei, die Furcht verflog auch bald,
ich lebe wieder ohne Angst, werd' nun in Frieden alt.

Nichts zu verbergen?  
Wenn das jemand sagt,  
dann gib' ihm mein Lied,  
dass nicht ein anderer lacht. 

-> Installier' dir GnuPG. Wenn du z.B: Thunderbird nutzt, ist das ein Kinderspiel - teilweise ist GnuPG sogar schon vorinstalliert und muss nur aktiviert werden.

-> Lies die GnuPG Webseite.

-> Hör mal in ein Lied zu PGP auf Englisch rein (von Leslie Fish aus dem Virtual Filksing).

-> Wenn du veröffentlichen willst, installier dir das Programm des Freenet Projekts. Zusätzlich zur anonymen Rede ermöglicht es dir, nicht nur den Inhalt von E-Mails zu sichern, sondern auch zu verbergen, dass du überhaupt eine E-Mail gesendet hast (mit dem Freemail-Plugin).

Und wenn dir das Lied gefällt, dann spiel' es einfach - es ist wie alles andere auf dieser Seite frei lizensiert. Solltest du Noten und Griffe o.ä. dazu schreiben, sag' es mit bitte!

Disclaimer: Ich bin nicht christlich und trinke kein Bier (mit Ausnahme von Karamalz :) )

PS: Mein öffentlicher Schlüssel - damit kannst du mir via GnuPG verschlüsselte E-Mails schreiben.

PPS: Und wenn du jetzt denkst "wenn nur die Abteilung für Terrorbekämpfung des BKA das hat, bin ich ja sicher" und wenn du so wie ich in Deutschland lebst: Du bist in dem Land, in dem die Bevölkerung dumm genug war, sich einen Hitler zu wählen. Vertraust du wirklich darauf, dass das nie wieder passiert, bzw. hättest du kein Problem damit, wenn eine NSDAP deine Daten hat? Die würden sich dann sicher an die von der Vorgängerregierung aufgestellten Gesetze halten...

¹: Es sei denn, sie knacken RSA. Dann gibt es zwar noch ECC, aber auch das könnte knackbar werden. Langfristig müssen wir das Problem politisch lösen. Verschlüsselung ändert allerdings die Rahmenbedingungen staatlichen Handelns: Statt noch nebenbei alle E-Mails überwachen zu können (so dass es fast schon schwer wird zu rechtfertigen, dass man das nicht tut), kostet das wieder richtig Geld - so wie das Öffnen aller physischen Briefe richtig Geld kosten würde. Und dieses Geld muss als großer Ausgabenposten im Haushalt öffentlich gerechtfertigt werden.

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((λ()'Dr.ArneBab))



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