Der Fansub-Kompromiss

Gerade musste Tomo Ni Fansubs einige tolle Serien offline nehmen, weil sie für Deutschland lizensiert wurden. Einige Fans beklagen sich darüber. Ich sehe das positiv.

Ist zwar schade, dass jetzt die qualitativ hochwertigeren Gratis-Animes durch schlechtere Kaufanimes ersetzt werden, aber das ist der Kompromiss durch den Fansubs der Verwertungsmafia entkommen (Hintergrund: Ehrenkodex und Lizenz). Leider gibt es keine sinnvolle Urheberrechts-Schranke für „Ein Werk unentgeltlich einer neuen gesellschaftlichen Gruppe zugänglich machen“.

Solange die Rechtslage so grausig ist, ermöglicht der Kompromiss wenigstens Zugang zu einer Kultur, die uns sonst verschlossen wäre - solange es Leute gibt, die ihre Zeit investieren, um in liebevoller Kleinarbeit und außerhalb der Verwertungsmaschinerie Kunstwerke anderer Kulturen für uns zugänglich zu machen.

Natürlich wäre es noch schöner, wenn die Firmen einfach den Fansubbern etwas anbieten würden, um die Fansubs nutzen zu dürfen - zumindest wenn die Fansubs viel besser sind als die Werke der Firmen. Wobei damit natürlich das Argument der nicht-kommerzialität schwieriger zu halten wäre. Nicht viel schwieriger allerdings: In der Qualität von guten Fansubs kann vermutlich schlicht nicht kostendeckend gearbeitet werden kann. Die sind oft einfach wahnsinnig gut gemacht - eben echte Kunstwerke, denen man ansieht, wie viel Liebe in ihnen steckt.

Danke für eure wundervollen Fansubs, Tomo Ni!

PS: Auf die Rhetorik der Verwerter gehe ich hier nicht ein. Sonst rege ich mich nur wieder wegen der Menge an dreisten Lügen auf. Außerdem habe ich meine Argumentation schon im Artikel Tauschbörsennutzer geben mehr sehr deutlich geschrieben.

PPS: Eine interessante Frage wäre, wie viel zusammenkommen würde, wenn Anime-Produzenten Ausländern die Möglichkeit bieten würden, ihnen direkte Spenden zu geben.

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Willkommen im Weltenwald!
((λ()'Dr.ArneBab))



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