Senkung der Schwellen zur Mitarbeit in Parteien

Kommentar (der noch nicht freigeschaltet wurde??) zu einer Antwort zum Artikel Können wir jetzt bitte mal über die Fünf-Prozent-Hürde reden?, in dem Stefan Niggemeier (und viele Kommentierende) die Wahl nachbesprechen.

@G. B.: Die Mitarbeit in Parteien finde ich einen interessanten Punkt. Um sie zu verbessern müsste der Zeitaufwand deutlich geringer und die Schwelle zur Mitarbeit und Mitgestaltung geringer sein.

Durch die Nutzung von Online-Plattformen haben die Piraten da meiner Meinung nach schon viel geschafft - das dann aber dadurch verschenkt wurde, dass auf solchen Plattformen sehr leicht einige wenige mit viel Zeit dominieren können. Und die Plattformen dadurch für die Mehrheit der Nutzer uninteressant werden („kann ich eh nichts machen“ oder „dafür hab’ ich nicht die Zeit“).

Im Gegensatz dazu haben die Grünen ein Delegiertensystem, bei dem auch die Fahrt zu größeren Koordinationstreffen finanziert wird, so dass der Zeitaufwand für die Mitarbeit sinkt. Auch das ist aber weit davon entfernt, perfekt zu sein (wenn man an einem Treffen aus verschiedensten Gründen nicht kann, kann man nicht beitragen).

Um niedrigschwellige Mitarbeit zu ermöglichen, bräuchte es gestufte Informationsaufbereitung, so dass Leute mit wenig Zeit die Informationen finden können, die sie brauchen, um mitmachen zu können, während Leute mit viel Zeit sich in Details vertiefen können, ohne dadurch in eine dominierende Stellung zu kommen.

Mittel dazu könnten unter anderem sein: Delegierte (Vertreten die Mitglieder auf Treffen - vielleicht mehrere, falls ein Wahlkreis uneins ist), Protokolle aller Treffen, Kurzfassungen der Protokolle und klare, öffentlich bekannte Kommunikationsstrukturen und -Regeln, die für Leute mit unterschiedlichem Zeitbudget ein Miteinander auf Augenhöhe ermöglichen.

Und keine Informationen, die in ewig langen Kommentarthreads versteckt bleiben. Also Aufarbeitung aller getätigten Kommunikation. Zum Beispiel habe ich diesen Beitrag auch auf meine Webseite kopiert, damit er erhalten bleibt. Noch besser wäre es, die Argumente in den hier geschriebenen Kommentaren zu sammeln, aufzubereiten und eine Zusammenfassung zu schreiben. Um das zu ermöglichen, braucht es allerdings auch eine Kontrolle, die sicherstellt, dass die Zusammenfassung wirklich die Inhalte repräsentiert, sonst wird nur eine neue Machtposition geschaffen.

Im Endeffekt müssen wir die Frage beantworten, wie wir politische Teilhabe gestalten können, die dem Grundsatz folgt

Keine Macht für Niemand!

Und dafür müssen wir sehr viel über Macht nachdenken - auch über Macht durch Zeit, und wie wir sie reduzieren können, ohne engagierte Leute zu frustrieren.

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