Eine gesunde Gesellschaft braucht kein Geld als Anerkennungsersatz

Zu Warum leben wir nicht schon in der Zeit von Jean-Luc Picard?!?:

> Oder was hätten viele zum Tauschen anzubieten? Startrek funktioniert doch ideell nur, weil jeder was zu bieten hat, eine Begabung, etc. und sich in die Gesellschaft einbringt. Solange es aber noch Mode ist den Staat abzuzocken und sich so "einzubringen", solange klappt das nicht. - CasiJustin

Frage: Wieviele machen das wirklich?

Und wie oft kommen die in den Medien, verglichen mit denen, die ehrlich bleiben?

-> Wie stark wird unsere Wahrnehmung unserer eigenen Gesellschaft von den Medien verzerrt?

Als Gegenbeispiel beschreibt die Psychologie "Anerkennung", "Erfolg" und "Kreativität" als Grundbedürfnis.

Sobald die körperlichen Grundbedürfnisse erfüllt sind, treten die psychologischen in den Vordergrund, und damit ist Geld unnötig, da es nur einen schwachen Ersatz für echte Anerkennung bietet.

Jeder hat etwas, mit dem er Anerkennung gewinnen kann (und sei es nur, dass er für jemand anderen da ist), aber unser Gesellschaftssystem ist notorisch schlecht darin, diesen einfachen Wunsch nach Anerkennung zu erfüllen.

Nach anderen psychologischen Studien ist übrigens innere Motivation deutlich effizienter und stabiler als durch Belohnung erzielte:

-> Motivation and Reward1


und zu Re: Weil...

> weil wir noch keine maschinen haben, welche die ganze drecksarbeit erledigen, die nun mal erledigt werden muss.
- Frischer_Wind_macht_Fische_blind

Aber unsere Produktivität pro Arbeitsstunde steigt um durchschnittlich 2% pro Jahr.

Solange nicht jeder von uns immer mehr Zeug will, bedeutet das, dass alle 20 Jahre 1/3 weniger Leute gebraucht werden, um die Drecksarbeit zu machen (weil die Produktivität um 50% gestiegen ist: 1.02²⁰).

Und wir haben schon jetzt 10% Arbeitslose, die auf dem normalen Arbeitsmarkt einfach nicht gebraucht werden.

Entweder wir erfinden neue unnötige Bedürfnisse, für die Leute wieder Geld ausgeben (Stichwort Werbung), oder die Drecksarbeit wird uns Stück für Stück weglaufen, und bis dahin sollten wir besser unsere Gesellschaftsordnung so umgestellt haben, dass sie damit klar kommt.

Denn wenn es nicht mehr genug Drecksarbeit gibt, bei der Leute Geld dafür ausgeben, dass sie jemand anders macht, müssen Leute in der Lage sein, sich selbst eine für sie sinnvolle Beschäftigung zu suchen.

An dem Unsinn von Hartz 4 siehst du schon einen Anklang dessen, was sonst passiert: "Niemand braucht dich für bezahlte Arbeit, aber wir kürzen dir dein Geld trotzdem" - und das ist mit der Menschenwürde unvereinbar.

Überleg' einfach mal, was die andere, die positive Seite, der fehlenden Erwerbsarbeit ist: Leute, die für das arbeiten, was ihnen wichtig ist.

In der freien Softwaregemeinde siehst du schon einen Anklang davon.


Ein weiterer interessanter Artikel dazu: „Langfristig wird die Arbeit verschwinden“.


  1. This link about Motivation and Reward once went to a text on the philosophy pages of the GNU project. But at some point the author of that text wanted it removed, so I recreated it’s message with stronger references to solid research and released it under the GPL. 

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((λ()'Dr.ArneBab))



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