Genital-Verstümmelung ist der Fortpflanzung nicht dienlich, sondern hemmt sie

→ Kommentar zu einem Kommentar zu Religion vs. Kinderrechte in der Taz.

Nana behauptete, säkular aufgewachsene würden sich nicht vermehren und Verstümmelung würde der Fortpflanzung nutzen.

@Nana: Ich habe zwei Kinder und meine Frau will unserer Tochter Ohrlöcher stechen - in Spanischer Tradition.

Wir haben abgemacht, dass wir das machen, sobald sich die Kleine selbst dafür entscheiden kann (und das tut). Immerhin habe ich selbst ein Ohrloch, und ich finde es bis heute gut, dass mir meine Eltern erlaubt haben, es mir stechen zu lassen - während ich noch im Kindergarten war.

Ein Ohrloch ist allerdings keine Vorhaut: Dadurch verliert man keine Millionen an Nervenzellen an einem der empfindsamsten Teile des Körpers. Die möglichen Spätfolgen sind, dass das Ohrloch sich manchmal entzünden könnte (braucht halt etwas Alkohol o.ä.), oder dass sich darin etwas Talg ansammelt.

Die Folgen einer Beschneidung können ein für immer reduziertes Gefühl bei Sexualität sein. Und das wird dann als „der Fortpflanzung dienend“ verkauft, nein danke.

Ich lebe säkular und will unsere Kinder auch so erziehen. Und ja, ich bin auch schon säkular erzogen worden. Und ich habe Kinder.

Daher: Idiotische These durch Gegenbeispiel widerlegt: Säkular (und in WG!) aufgewachsener Mann, der nicht verstümmelt wurde, hat eigene Kinder.

Also reißen Sie ihre Klappe doch bitte nicht so weit auf. Wenn Mitgliedschaft in einer Religion nur für Verstümmelte möglich ist, ist das vermutlich keine sinnvoll gelebte Religion. Und das wo der Islam doch im Gegensatz zum Christentum Wege hat, wie er weiterentwickelt werden kann. Das wäre eine Stärke Ihrer Religion, warum nutzten Sie sie nicht?

Bis vor 100 Jahren war es normal, dass Kinder geschlagen werden. Das haben auch Atheisten gemacht. Irgendwann wurde aber erkannt, dass dadurch die Entwicklung der Kinder nicht gefördert sondern gehemmt wird. Vielleicht war das mal sinnvoll, als Kreativität egal war, dafür aber Gehorsam überlebenswichtig. Heute ist das aber nicht mehr so.

Das gleiche gilt für Genitalverstümmelung. Die Beschneidung von Jungen war mal sinnvoll, als sie sich noch nicht regelmäßig waschen konnten. Das ist sie aber nicht mehr, denn heute hat jeder in Deutschland das Recht auf ein Dach über dem Kopf und fließend Wasser.

Also aktualisieren sie doch mal ihre Rituale. Das geht. Es braucht nur eine sinnvoll gelebte Religion. Denn ein allwissender Gott wird erkennen, dass der Sinn der Beschneidung immernoch erhalten wird, auch wenn sie nur noch symbolisch durchgeführt wird.

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((λ()'Dr.ArneBab))



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