Avatar auf Blu-Ray: DRM zwingt Käufer zu Raubmordkopien

Erweiterung zu identi.ca: Avatar Raubmordkopien laufen ab Tag eins, während Käufer in die schwarze Röhre schauen → Avatar: Kopierschutz sorgt für schwarze Bildschirme (gulli) → Defective By Design.

Spätestens nachdem bei dem Release von Avatar auf Blu-Ray der Abspielschutz Käufer daran hindert, den bezahlten Film zu schauen1, während Nutzer von Raubmordkopien2 ab Tag eins perfekte Qualität geliefert bekamen, frage ich mich ernsthaft, ob die Bosse der Medienverschiebeindustrie ihre Kunden absichtlich in Tauschbörsen treiben wollen, weil sie bei einer Klage mehr verdienen, als bei einem normalen Verkauf. Wer den Film gekauft hat, aber keinen Abspieler mit neuartigem Abspielschutz sein Eigen nennt, muss dadurch den Film illegal runterladen, wenn er ihn zu Hause schauen will, ohne gleich noch einen neuen Abspieler zu kaufen – der dann vielleicht mit der nächsten Neuerung im Abspielschutz wieder ersetzt werden muss…

Leute gehen massenhaft in die Kinos, direkt nachdem der Film auf DVD und Blu-Ray rauskommt, legal gratis herunterladbare Musik bringt riesige Gewinne und gleichzeitig bringen sie Avatar (den ich im Kino in 3D geliebt habe) mit „neuartigem Kopierschutz“ raus, der auf vielen Blu-Ray-Spielern nicht läuft. Das lässt für mich nur zwei plausible Schlüsse zu3:

  1. Sie machen mit Klagen mehr Gewinne als mit Verkäufen und wollen deswegen mehr Leute haben, die sie verklagen können4, oder

  2. Es geht gar nicht um ihre jetzigen Gewinne, sondern um Kontrolle. Sie wollen von Politikern entgegen dem Gemeinwohl die Versicherung erhalten, dass sie weiterhin Geld scheffeln können, indem sie grundlegende Freiheiten zu einer knappen Resource machen. Vermutlich weil sie Erkennen, dass die Verbreitung von Medien heute ohne sie effizienter geht als mit ihnen.

Um immer weiter wachsen zu können, muss in der Marktwirtschaft immer neues gefunden werden, für das man Geld verlangen kann. Und wenn man keine Ideen hat, was man Neues schaffen könnte, für das die Leute einem ihr Geld geben wollen, liegt es doch nahe den Leuten das zu verkaufen, was die bereits haben: Ihre persönliche Handlungsfreiheit5. Natürlich muss man sie ihnen vorher wegnehmen…

PS: Ihr findet in unvorhersehbaren Abständen was von mir auf identi.ca und twitter (identi.ca ist wie Twitter, aber mit Freier Software → Infos und Tipps zum Kombinieren.


  1. Dafür haben sie ja auch kein Geld ausgegeben. Das Geld ist nicht für das Schauen des Films und erst recht nicht für den Besitz, sondern alleine für die Spannende Erwartung, wie der Spieler auf die Platte reagieren wird. 

  2. Wenn schon gewalttätiger Überfall mit Entwendung des Eigentums, dann richtig. Denn genauso wie wir den Besitzern des „Intellektuellen Eigentums“ mit unserem bösartigen Kopieren ihr Eigentum entwenden6, nimmt ihnen bei unseren Schrecklichen Taten jeder einzelne von uns mit jeder einzelnen Kopie ihr Leben. Also denkt daran, wenn ihr das nächste Mal zusammen mit den hunderten von Millionen Piraten etwas kopiert: Jeder von euch hat mit jeder Kopie einen der paar hundert Plattenbosse auf dem Gewissen! Das meine ich, wie ich es sage: Jeder einzelne von euch tötet einen von ihnen! Mit jeder einzelnen Kopie! … … … Klon-Execs! Warnt die Jedi! 

  3. Eine dritte Alternative wäre, dass sie einfach nur dumm sind, aber das bezweifle ich. Sie können zu viele Berater zu gut bezahlen, um wirklich gar keine Ahnung zu haben, was sie tun. 

  4. Das Gegenmittel dazu heißt Freenet. Damit können sie euch nicht dazu zwingen, euch verklagen zu lassen, um euren legal gekauften Film zu schauen (wenn auch vielleicht nicht die selbe Kopie, für die ihr Geld ausgegeben habt7). 

  5. Aber wie das so ist in der Marktwirtschaft, muss das Produkt natürlich gestaffelt werden. Daher werden sich viele wohl nur die Handlungsfreiheit zweiter Klasse leisten können. Ansonsten wäre es ja nicht möglich mit dem Verkauf von Handlungsfreiheit erster Klasse Zusatzgewinne zu erwirtschaften… 

  6. Was auch immer sie euch dazu erzählen, wie böse euer Kopieren ist: Wenn ihr die Werke, die ihr runterladet, gar nicht hättet kaufen können (oder eh nicht gekauft hättet), dann könnt ihr auch keinen Schaden verursachen. Ihr habt mehr, aber niemand hat weniger, denn sonst müsstet ihr annehmen, dass euer Geld, bevor ihr es überhaupt verdient habt, schon den Plattenbossen gehört und ihr es ihnen bösartig „raubt“, wenn ihr es ihnen nicht gebt. Um es mit Volker Pispers zu sagen: Die Bosse der Medienverschiebeindustrie „verteidigen nicht, was ihnen gehört, sondern was sie gerne hätten“ (deswegen wird auch „unser Öl am Hindukusch verteidigt“…). Daher erhöhen Tauschbörsen ohne reale Kosten den allgemeinen Wohlstand und sind so um Größenordnungen effizienter als jedes staatliche Kulturförderprogramm. 

  7. Sind deren Kopien eigentlich auch mit gewalttätiger Entwendung von Eigentum verbunden? Die Aussagen einiger Künstler zu ihren Knebelverträgen weisen darauf hin, dass die Medienverschiebeindustrie statt den bösen Piraten eigentlich nur ihr eigenes Spiegelbild sieht, wenn sie von Raubkopien redet. Wie das Sprichwort sagt: „Das worüber man sich am meisten aufregt ist oft das eigene Spiegelbild, das man in anderen zu sehen glaubt“ (wenn du das noch nicht kennst, hast du noch nicht allzu oft die Nacht mit mir durchphilosophiert :)). 

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RaubMORDkopie

Also RaubMORDkopien kannte ich vorher auch noch nicht. Das ist wohl ein neuer Modus Operandi bei Serienmördern, oder? lol

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((λ()'Dr.ArneBab))



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