„Moral muss man sich leisten können“ - Falsch: Man darf sich seine Rechte nur nicht stehlen lassen!

→ Kommentar zu einem Kommentar in der Taz, der sagte Wer kein Geld hat, hat auch keine Rechte […] Moral muss man sich leisten können.

@Thomas Fluhr: Völliger Unfug. Geld ist nur ein Austauschmedium, das pervertiert wird, um Macht auszuüben.

Frei heißt: Keine Macht

Um sich Rechte leisten zu können, muss man nur unabhängig von Leuten sein, die einem diese Rechte wegnehmen wollen. Oder sich unabhängig machen.

Die Griechen könnten zum Beispiel aufhören, deutsche Produkte zu kaufen und stattdessen einfach wieder alles im eigenen Land produzieren. Und jeder könnte individuell nur bei Leuten kaufen, die ähnlich viel Geld haben wie er. Wer zu viel Geld verdient, wird einfach boykottiert, bis er seine Preise so weit senkt, dass er in etwa genausoviel verdient, wie andere.

Oder einfach den reichen Säcken das Geld wegnehmen, die davon profitiert haben, dass das halbe Land ärmer wird.

Was für ein Recht hat denn ein Mensch, Kontrolle über 1000 andere Menschen auszuüben? Egal ob mit Waffen oder mit Geld: Es geht um Macht, und die Griechen merken gerade, dass sie sich genauso von fremdem Geld abhängig gemacht haben wie wir hier.

Schulden sind Macht über den Schuldner

Und was ist fremdes Geld? Was sind Staatsschulden? Es ist eine Abhängigkeit von denen, die das Geld haben. Es ist das Versprechen, das Geld irgendwie zurückzugeben - mit Zinsen. Also ist es das Versprechen, dass man das Vermögen des anderen erhöhen wird.

Wenn sich die Griechen nach einem Schuldenschnitt problemlos finanzieren können, dann ist die Griechische Krise kein echtes Problem. Sie könnten einfach aufhören, die Schulden zurückzuzahlen.

Sie könnten einfach aufhören.

Und sie könnten einfach weiter Euro zum Bezahlen nutzen. Das ist auch nur geprägtes Metall und bedrucktes Papier.

Gut, es würde ihnen erstmal niemand mehr Geld geben. Aber die Anleger würden schon wieder angekrochen kommen. Sie wollen nämlich Geld vom Staat. Nichts anderes sind Staatsschulden: Jemand gibt dem Staat Geld, so dass Leute wieder glauben, dass der Staat Geld hat. Und der, der das Geld gegeben hat, der kriegt noch was raus.

Warum hat jemand Geld, das der Bevölkerung fehlt?

Aber warum hatte der eigentlich Geld, das er dem Staat geben konnte? Warum kann der Staat sich das Geld nicht einfach über Steuern holen?

Ja, warum?

Wäre doch billiger: Man müsste keine Zinsen zahlen. Und das Geld wäre auch beim gleichen.

Also, warum wird das nicht gemacht?

Wer will, dass wir weiter glauben, dass Geld das Recht gibt, andere zu kontrollieren? Oder das manche Leute das Recht haben, mehr zu besitzen als tausend andere zusammen? Woher haben die das Recht?

Weil wir ihnen glauben, dass sie es haben.

Sich Moral leisten

Allerdings hast du natürlich in einem gewissen Sinn Recht. Man muss sich Moral leisten können. Wenn es nur genug Essen für jeden 2. im Land gibt und nicht genug Platz in den Häusern, dass jeder ein warmes Bett haben kann, dann können wir uns unsere Moral vielleicht nicht leisten.

Zum Glück haben wir aber heute Technologie, die so effizient arbeitet, dass wir Essen und Wohnung für jeden in unserem Land mit 2 Stunden Arbeit pro Tag sichern könnten.

Und selbst der IWF gibt inzwischen zu, dass eine gleichmäßige Verteilung von Wohlstand der beste Weg ist, um uns diese Technologie zu erhalten.

Anders gesagt: Die reichen Drecksäcke, die in den Krisen der letzten Jahre die große Mehrheit unseres Landes ausgeplündert haben - und nebenbei noch viele andere Länder in der Eurozone - das sind diejenigen, die uns in die Gefahr bringen, dass wir uns irgendwann keine Moral mehr leisten können.

Aggressoren und Parasiten

Diese Reichen Profiteure von Staatskrisen sind diejenigen, die die wirkliche Wirtschaft in Europa gefährden und schädigen. Und sie behaupten auch noch, sie seien Leistungsträger. Obwohl sie in Wirklichkeit Leistungsnehmer sind: Sie zerstören die Leistung des Landes, um sich selbst Macht anzueignen.

Wer sagt, dass man sich Moral leisten können muss, meint eigentlich, dass ihm das menschenwürdige Leben der anderen weniger wert ist, als sich selbst noch einen Drittwagen leisten zu können.

Etwas plakativ formuliert: Nützliche Leistung heißt, etwas zu produzieren, das andere brauchen. Reicher als andere zu werden bedeutet, für seine Leistung mehr zu verlangen, als man selbst braucht. Mehr leisten zu können als 100 andere Leute ist eine Wahnvorstellung.

Leistung und Reichtum hängen nicht zusammen. Sonst wären Sozialarbeiter unter den reichsten Leuten in unserem Land.

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((λ()'Dr.ArneBab))



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