Malvin, oder Wie die Welt mal wieder nicht vernichtet wurde

Mit klammen Fingern hob Malvin das Heft auf. "tödliche Kampftechniken des mittleren Ostens".
'Mist!', dachte er und schmiss es zurück in den Dreck, in dem es gelegen hatte. Der Einband hatte interessant ausgesehen, zumindest das Bild. Ein Araber, der einen bestimmten amerikanischen Präsidenten mit einem 1A Kung Fu Fingerstich zu Boden schickte. Leider war es nicht die Satire, die er sich erhofft hatte. Stattdessen ein Heft, das ihm vielleicht in Saudi-Arabien in der Wüste helfen könnte, wenn ihn irgendwelche Amerikanischen Spione überfielen, um sein Touristenauto und seinen Pass zu klauen (und Saudi-Arabien angreifen zu können, um ihn aus der Gewalt bösartiger Kidnapper zu befreien, wobei er leider zum Kollateralschaden zählen würde), aber hier in der Stadt wäre sein Handy nützlicher, wenn nicht der Akku leer und das Display kaputt wären.

Er schlurfte an einer Ladenzeile vorbei und kickte eine zerbeulte Dose zwischen ein paar Tauben, die sich um ein aufgeweichtes Brot stritten.
"Wirklich eine Scheißwelt", murmelte er zu sich selbst.
Unerwarteterweise bekam er eine Antwort: "Du hast völlig Recht. Willst du sie zerstören?" Ein kleiner Tantenschoßhund, ein Chiwawa, oder so, mit dem seiner Spezies wohl angeborenen bösartigen Grinsen, sah ihn an. Er erinnerte sich, dass die auch von Menschen gezüchtet worden waren.
"Nicht nötig. Geht eh' früher oder später kaputt. Hoffentlich bevor ich sterbe."
"Wir können das etwas beschleunigen. Du musst nur den roten Knopf an meinem Halsband drücken." Die Schnauzenbewegungen des Hundes hätten von Hollywood stammen können, genauso perfekt und genauso kitschig.
"Damit du mir auf den Pulli pissen kannst? Klar doch."
"Ach komm schon. Ich kann den nicht erreichen." jammerte der Hund, aber Malvin ging mit einem "schleich dich, Krähenhocker" weiter und würdigte ihn keines weiteren Blickes.
Der Hund ging mit hängendem Kopf zurück zu seinem Herrchen. Irgendwann würde der schon auf den Knopf drücken, schließlich war er Präsident, oder so.

Und während Malvin weiter durch die dreckige Stadt irrte und sich fragte, ob als nächstes eine sprechende Katze käme um ihn zum Ölsurfen einzuladen, entging die Welt noch einmal ihrer Vernichtung.

Natürlich würde sie noch länger halten, wenn Malvin das Heft behalten hätte und mit einem gewissen Präsidenten geübt hätte, doch das Heft lag weiterhin im Straßengraben, bis ein Amerikanischer Spion es fand und von einem Penner an der Straßenecke mit einem 1A Kung Fu Fingerstich zu Boden geschickt wurde, wodurch ein bekanntes Industrieland einem Vergeltungsschlag wegen Unterstützung des Internationalen Terrorismus entging und der dritte Weltkrieg verhindert wurde.

Vielleicht schafft der Hund es ja nächstes Jahr.

(wie könnte die Geschichte weitergehen? Schreib doch eine Fortsetzung (am besten wenn du grade mal am Boden bist, um selbst wieder hochzukommen).)

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((λ()'Dr.ArneBab))



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