2013: Ich wähle mit Zweitstimme Piraten und mit Erststimme Grün

Noch vor 5 Wochen wusste ich, dass ich Grün wählen würde. Dann kam Agnes Krumwiede, die Kulturpolitische Sprecherin der Grünen, und erzählte mir, dass die Legalisierung der Privatkopie gar nicht im Grünen Wahlprogramm stünde (Sie steht dort aber! Ich habe das mehrfach geprüft!)

Da das Urheberrecht ein meiner Ansicht nach extrem wichtiges Thema ist und die Privatkopie mit dem Aufkommen von 3D-Druckern bald nicht mehr nur für digitale Güter wichtig sein wird, sondern auch für physische Alltagsgegenstände (und damit essenziell für unsere physische Handlungsfreiheit), habe ich mich entschlossen, am Sonntag den Piraten meine Zweitstimme zu geben.

Denn dank Gewissensfreiheit sind die Spitzenleute der Grünen (die im Parlament landen) nicht an das Wahlprogramm gebunden. Und ich nehme nach den Erfahrungen der letzten Jahre den Spitzenleuten der Grünen nicht mehr ab, dass sie selbst für die Privatkopie eintreten wollen (obwohl die Grüne Basis das klar will). Nicht, wenn Agnes Krumwiede Kulturpolitische Sprecherin sein kann… Den meisten Piraten glaube ich dagegen das Engagement für die Legalisierung der Privatkopie.

Die Grünen bekommen allerdings immernoch meine Erststimme.

Ich habe mir im Kandidatencheck von Abgeordnetenwatch die Kandidaten in Karlsruhe-Land angesehen und Linke (Heinz-Peter Schwertges) und Grüne (Danyal Bayaz) waren gleichauf (wenn ich ignoriere, dass Danyal Bayaz von den Grünen häufiger bei Themen keine Meinung hatte, zu denen ich zwar eine Meinung hatte, die mir aber nicht so wichtig waren).

Vanessa Ries von der SPD hat auch ganz gut abgeschnitten. Aber solange die SPD daran festhält, auf keinen Fall mit der Linken zusammenzuarbeiten, will ich sie nicht wählen, auch nicht taktisch.

Danyal Bayaz von den Grünen bekommt meine Erststimme, weil ich einerseits damit ein (ideelles) Zeichen für die Energiewende setzen will (die Erststimme ist zumindest sichtbar) und andererseits, weil ich mich bei Aktivisten der Grünen wohler fühle: Sie sind eher aus meinem Milieu. Anders gesagt: Die Entscheidung, meine Erststimme nicht den Linken sondern den Grünen zu geben hat keinen politischen Hintergrund, sondern einen persönlichen. Sie lässt sich daher nicht verallgemeinern: Macht einfach den Kandidatencheck ;)

Der Kandidatencheck ist übrigens Klasse. Er hat mir gezeigt, dass die Freien Wähler wirklich so unerträglich sind, wie meine Vorurteile mich glauben ließen.

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Willkommen im Weltenwald!
((λ()'Dr.ArneBab))



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