Licht

Lichte Auen: Ein sanfter Bereich meiner Seite; für alle Augen geeignet.

Notizen zur Podiums-Diskussion mit Dorothea Wagner (DFG), Horst Hippler (HRK), Detlef Löhe (KIT) und Wilfried Porth (Daimler) auf dem YIN-Day 2013

PDF-version (zum Drucken)

Auf dem YIN-Day 2013 haben sich am 12.10.2013 die verschiedenen Nachwuchsforschergruppen des KIT vorgestellt. Zusätzlich gab es einige Vorträge, die von einer Podiums-Diskussion abgeschlossen wurden.

Diese Diskussion hat mir viel Hoffnung auf die Zukunft der Forschung in Deutschland gemacht, daher möchte ich meine Notizen dazu weitergeben.

Moderiert wurde die Diskussion von Heike Mund, die eine schöne Mischung aus provokanten Fragen und guten Vorlagen beigetragen hat - zu der ich allerdings außer auf Xing keine Informations-Seite gefunden habe.

Praktische Erfahrungen mit einem Internet ohne Netzneutralität

Den folgenden Text habe ich dem EU-Abgeordneten Jürgen Creutzmann geschrieben, um ihm zu erklären welche Probleme ein Internet ohne Netzneutralität erzeugt. Ich habe dafür auf meine persönliche Erfahrung des letzten halben Jahres zurückgegriffen, in dem ich ungewollt den Rechner meiner Frau komplett blockiert hatte - durch Priorisierung eines kleinen Dienstes, der eigentlich kaum Leistung brauchte.

Sehr geehrter Herr Creutzmann,

Es tut mir Leid, dass ich Sie so spät abends noch störe. Ich hatte versucht, Sie telefonisch zu erreichen, musste aber vorher die Kinder ins Bett bringen - und brauchte einige Zeit, um diese E-Mail zu formulieren.

Ich schreibe ihnen, weil sie morgen an einer Abstimmung zu Netzneutralität teilnehmen und damit darüber entscheiden, wie das Internet hierzulande in Zukunft aussehen wird.

Die Telekommunikationsfirmen erzählen etwas von speziellen Diensten, die sie durch Ausnahmen von der Netzneutralität besonders gut anbieten können. Wie das Internet dann aussehen wird habe ich die letzten Monate ungewollt selbst erlebt:

Ich kann in unserem Heimnetz Dienstepriorisierung einstellen - also genau das, was Provider im gesamten Netz wollen. Ich hatte das genutzt, um sicherzustellen, dass ein bestimmter Dienst immer schnell verfügbar ist. Der Dienst hat nicht viel Bandbreite gebraucht, war aber priorisiert.

Die letzten Monate hat mir meine Frau immer wieder gesagt, dass ihr Rechner nicht mehr über WLAN ins Netz kommt, und unser Skype hatte völlig zerhackten Ton - was so weit ging, dass wir Skype nur noch für das Bild nutzten und nebenher telefonierten. Ich habe lange Zeit keinen Grund dafür gefunden.

Gerade letzte Woche habe ich mich dann daran erinnert, dass das alles angefangen hat, nachdem ich mit der Priorisierung experimentiert hatte. Ich war nie auf den Gedanken gekommen, das zu testen, denn was sollte WLAN mit Priorisierung des Netzes zu tun haben? Aber trotzdem habe ich versuchsweise auch den Rechner meiner Frau als priorisiert gesetzt. Und das WLAN funktionierte wieder. Als nächstes habe ich Skype auf priorisiert gesetzt, und es funktionierte wieder.

Das ganze passierte mit einem kleinen Dienst, der wenig Leistung braucht. Es war keine Filmplattform und keine Telefonie, sondern eine sehr einfache Anwendung, für die selbst die Geschwindigkeit eines 10 Jahre alten Modems genügen würde.

Der Sicherheitstest des BSI: Wie man ein Botnetz findet

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat letztens einen Sicherheitstest vorgestellt, mit dem Leute prüfen können, ob ihre E-Mail-Adressen von dem Identitätsdiebstahl eines Botnetzes betroffen sind. Nehmen wir nun mal an, es gibt Leute beim BSI, die wissen, was sie tun…

Vorraussetzungen: Das BSI hat eine Liste von E-Mail-Adressen von Leuten, deren Rechner Teil des Botnetzes sind. Das Botnetz selbst ist schwer zu finden, aber irgendwie ist die Liste rausgeleaked.

Ist das Internet kaputt? Ist die Politik kaputt? Strukturelle Probleme unserer Demokratie

Sascha Lobo, von der FAZ als Sprachrohr der Netzgemeinde bezeichnet (wer hat den gewählt?), beklagte sich letztes Wochenende in einem ganzseitigen Beitrag im Feuilleton der FAZ darüber dass das Internet kaputt sei - und gar nicht das, für das er es gehalten habe.

Thomas Stadler hält heute in seinem Blog Internet-Law dagegen, dass die Geheimdienste und unsere Politik kaputt sind.

Doch beide greifen zu kurz - sowohl Sascha Lobo mit seiner Verletzung durch das Internet, als auch Thomas Stadler mit seiner Kritik an der Netzpolitik der Regierenden.

Unsere Demokratie ist beschädigt, aber die Ursachen sind nicht in unseren Gesetzen zum Internet zu suchen.1 Vielmehr kann eine Demokratie nicht aufrechterhalten werden, wenn die Vermögens- und Einkommens-Ungleichheit zwischen Menschen so groß ist wie hierzulande (und noch vielmehr in den USA)2, auch wenn die Internetgesetze dazu beitragen, diese Ungleichheit noch weiter zu verschärfen.


  1. Natürlich ist die Rechtsprechung zum Internet Mist. Jegliche Gesetze, die 30% der Bevölkerung zu Schwerkriminellen machen, obwohl deren Handlungen erwiesenermaßen niemandem schaden, haben schön längst den Bereich der Legitimität verlassen. Aber die Gesetze sind nicht die Ursache der Probleme, und nur die Gesetze zu ändern, wird die Probleme nicht lösen, sondern höchstens etwas verschieben. 

  2. Zu große Vermögensungleichheit zerstört jede Demokratie: Wer die Informationskanäle der Menschen kontrolliert, kontrolliert auch ihre Wahlentscheidung. 

Singen im Advent - ohne die Mehrheitsreligion zu zementieren!

1→ Kommentar zu Singen im Advent, dem Liederbuch mit gemeinfreien Lieden für Weihnachten und die Adventszeit von dem Verein Musikpiraten e.V..

Ich habe gerade versucht, das Liederbuch zu nutzen, um Lieder zum Spielen zu finden, war aber sehr erschrocken, dass es nur 4 Lieder gab, die für nicht-Christen tauglich sind.


  1. Das Bild Serenity stammt von WTacticts und ist unter GPL lizensiert. Detailierte Lizenzinfos (wie WTactics sie liefert) stehen in der Datei. 

Reproduzierbare Veröffentlichungen

Für verlässliche Wissenschaft sind reproduzierbare Veröffentlichungen essenziell - aber oft sind sie nicht gegeben12. Dieser 5-Minuten-Vortrag motiviert, wieso Reproduzierbarkeit so wichtig ist, und zeigt eine Lösung zum wirklich reproduzierbaren Veröffentlichen - die er auch selbst nutzt. Ich habe ihn in einem Seminar zum wissenschaftlichen Präsentieren gehalten.

Reproduzierbare Veröffentlichungen

PDF-version (for printing)

Release (to download)

orgmode-version (for editing)

repository (for forking)

Falscher Anreiz

  • Die Versuchung
    • „Haben Sie einmal ein Paper mit per Skript erstellten Grafiken veröffentlicht?“
    • „Haben Sie Skripte und Daten veröffentlicht?“
    • „Warum erfinden Sie die Daten nicht? Das wäre weniger Arbeit…“

    „Niemals! Das verbietet die wissenschaftliche Integrität!“

  • Doch es passiert - leider
    • Einstieg: „passte ich den Untersuchungsentwurf an“.
    • Dietrich Stapel: „Es war grau und es war üblich“.
    • Sturz: „erfindet die Daten“.
    • „Forscher gratulieren“.
    • „Drei [seiner] Doktoranden sind Ungereimtheiten […] aufgefallen“.

    [Quarks & Co., 2013-06-04]


  1. Gerade haben Biologen gezeigt3, dass die Verfügbarkeit der Rohdaten von alten Veröffentlichungen jedes Jahr um 17% fällt. Das heißt, schon nach 4 Jahren gibt es für die Hälfte der Veröffentlichungen keine Daten mehr. Die hier gezeigte Methode macht es sehr einfach sicherzustellen, dass alle für die Veröffentlichung notwendigen Daten mitveröffentlicht werden - und erzeugt automatisch eine Archivdatei dafür. 

  2. Leider ist die durch die politisch gesetzten Rahmenbedingungen erzwungene Konkurrenzsituation für reproduzierbare Veröffentlichungen hinderlich, denn wer seine Daten und Skripte veröffentlicht - eigentlich alle Programme, die er oder sie nutzte - verspielt die Möglichkeit, sich ein Monopol auf die Daten aufzubauen, das die nächsten Veröffentlichungen sichern könnte. Sobald die Daten draußen sind, können andere damit arbeiten - und nur die schnellsten können veröffentlichen (ja, das System ist dumm…). Zusätzlich stehen sauberer Veröffentlichung oft „IP“-Regeln entgegen - also der Wunsch der Uni, ihre Ergebnisse zu monopolisieren. Zum Glück gibt es mit Open Access inzwischen eine Bewegung gegen solche schädlichen Regelungen - aber der Kampf wird wohl noch lange andauern. Immerhin stehen hier Misstrauen, Gier und leider berechtigte Sorgen um die eigene Zukunft gegen wissenschaftliche Integrität. 

  3. The Availability of Research Data Declines Rapidly with Article Age - Zeitungsartikel dazu: The Vast Majority of Raw Data From Old Scientific Studies May Now Be Missing

Redtube, Tauschbörsen und Urheberrecht

(Kommentare in einer Diskussion zu den RedTube-Abmahnungen gegen Streaming-Nutzer)

Es ist egal, ob du streamst oder Tauschbörsen nutzt: Illegal herunterzuladen ist für Gerichte halt erstmal illegal (egal wie falsch ich es finde, dass es illegal ist) - ich kenne die ganzen Argumente mit Logik und gesundem Menschenverstand. Nach Logik und gesundem Menschenverstand kannst du auch niemanden haftbar machen, wenn mehrere Leute den gleichen WLAN nutzen. Ist aber egal: Nennt sich Störerhaftung.

NetzwerkB: Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt

Ich habe mich aus dem Verteiler von NetzwerkB ausgetragen und will nichts mehr mit den Leuten zu tun haben. Das folgende habe ich ihnen beim Austragen geschrieben:

Am Mittwoch, 9. Oktober 2013, 18:08:57 schrieb presse@netzwerkb.org:

Renate Künast, Claudia Roth

Die Regressmöglichkeit der Krankenkassen gegen die Täter wurde vor wenigen Wochen faktisch aufgehoben.

Das war der Tropfen, der mich endgültig dazu gebracht hat, mich auszutragen. Denn es waren wahrscheinlich nicht die Grünen, die diese Änderung bewirkten (die haben nicht genug Mandate dafür). Aber ihr habt wieder nur auf den Grünen rumgehackt.

Senkung der Schwellen zur Mitarbeit in Parteien

Kommentar (der noch nicht freigeschaltet wurde??) zu einer Antwort zum Artikel Können wir jetzt bitte mal über die Fünf-Prozent-Hürde reden?, in dem Stefan Niggemeier (und viele Kommentierende) die Wahl nachbesprechen.

@G. B.: Die Mitarbeit in Parteien finde ich einen interessanten Punkt. Um sie zu verbessern müsste der Zeitaufwand deutlich geringer und die Schwelle zur Mitarbeit und Mitgestaltung geringer sein.

2013: Ich wähle mit Zweitstimme Piraten und mit Erststimme Grün

Noch vor 5 Wochen wusste ich, dass ich Grün wählen würde. Dann kam Agnes Krumwiede, die Kulturpolitische Sprecherin der Grünen, und erzählte mir, dass die Legalisierung der Privatkopie gar nicht im Grünen Wahlprogramm stünde (Sie steht dort aber! Ich habe das mehrfach geprüft!)

Da das Urheberrecht ein meiner Ansicht nach extrem wichtiges Thema ist und die Privatkopie mit dem Aufkommen von 3D-Druckern bald nicht mehr nur für digitale Güter wichtig sein wird, sondern auch für physische Alltagsgegenstände (und damit essenziell für unsere physische Handlungsfreiheit), habe ich mich entschlossen, am Sonntag den Piraten meine Zweitstimme zu geben.

Denn dank Gewissensfreiheit sind die Spitzenleute der Grünen (die im Parlament landen) nicht an das Wahlprogramm gebunden. Und ich nehme nach den Erfahrungen der letzten Jahre den Spitzenleuten der Grünen nicht mehr ab, dass sie selbst für die Privatkopie eintreten wollen (obwohl die Grüne Basis das klar will). Nicht, wenn Agnes Krumwiede Kulturpolitische Sprecherin sein kann… Den meisten Piraten glaube ich dagegen das Engagement für die Legalisierung der Privatkopie.

Die Grünen bekommen allerdings immernoch meine Erststimme.

Yahoo löscht Adressen aus meinem Adressbuch

→ Dieser Text ist eine offene Antwort auf eine Mail von Yahoo, in der sie mir erzählt haben, dass sie eine Adresse aus meinem Adressbuch entfernt haben.1

Sehr geehrte Yahoo-Supporter,

Was denken Sie sich dabei, Adressen in meinem Adressbuch zu löschen oder anderweitig zu ändern - oder auch nur, die darin gespeicherten Adressen zu „prüfen“?

Wenn Sie so mit meinen privaten Daten umgehen, muss ich schließen, dass ich von Ihren Diensten nur das absolute Minimum nutzen kann und jegliche privaten Daten lokal verwalten muss.

Mit freundlichen Grüßen,
Arne Babenhauserheide

PS: Diese E-Mail-Adresse könnte der Informationsschnipsel sein, den ich brauche, um aktualisierte Kontaktdaten zu finden.

PPS: Das höchste, das ich noch tolerierbar fände, wäre eine Markierung der E-Mail Adresse als nicht mehr aktuell, durch eine Abfrage, die nur getriggert wird, wenn eine Yahoo-Adresse gelöscht wird.

PPPS: Der Text von Yahoo dürfte die Schöpfungshöhe nicht erreichen, die notwendig ist, um Urheberrechtlichen Schutz zu genießen, daher zitiere ich ihn hier.


  1. Die E-Mail von Yahoo im Wortlaut:

    Ihr Mail-Account wurde aktualisiert


    Hallo ████,

    Yahoo! möchte dafür sorgen, dass Ihr Adressbuch nur aktuelle und gültige Mail-Adressen von den Freunden, Bekannten und Verwandten enthält, mit denen Sie kommunizieren. Ihre Kontaktliste enthält Mail-Adressen, die nicht mehr gültig sind. Wir haben sie entfernt.

    Folgende Mail-Adressen wurden entfernt:

    ██████@yahoo.de
    ██████

    Es wurden ausschließlich ungültige Mail-Adressen entfernt. Alle weiteren Kontaktdaten bleiben bestehen.

    Wussten Sie schon, dass Sie weitere Kontakte ganz leicht aus Facebook oder Gmail importieren können? Jetzt loslegen : http://address.yahoo.com/import

    Yahoo! Kundensupport


Kommentar zur Kritik am Bedingungslosen Grundeinkommen von Bruno Kern

→ Kommentar zu der Mail „FWD: Kritik am Bedingungslosen Grundeinkommen“ auf der Haupt-Mailing-Liste von attac-karlsruhe.

Hallo alle,

Ich habe diese Mail gerade zufällig gesehen und mich für den Inhalt interessiert.

Dabei habe ich mir die Freiheit genommen, die Punkte zu kommentieren, die mir am meisten ins Auge gesprungen sind.

Die Ideologie eines „Green New Deal“, der uns einreden will, dass wir mit einer intelligenteren Technik, mehr Effizienz und Ener

Kommentar zu Damsel in Distress: Schwache Darstellung von Frauen in Computerspielen

→ Ein Kommentar zu der Video(-spiel)-Analyse Damsel in Distress. Im ersten Teil beschreibt darin Anita Sarkeesian von Feminist Frequency, wie Frauen in Computerspielen vor allem in schwachen Rollen dargestellt werden („Damsel in Distress“ bedeutet in ihrer Beschreibung in etwa „Jungfrau, die Rettung braucht“). Im Zweiten spricht sie dann von Geschichten, in denen Männer auf Rachefeldzug gehen, nachdem ihre Frau oder Freundin getötet wurde.

Update (2013-08-11): In Folge 3 der Serie hat Anita fast alles umgesetzt, was ich hier geschrieben habe - und Aquaria beschrieben. Sehr cool!1

Inhalt:

Teil 1: Schwache Frauen

Dem ersten Video stimme ich zu: Frauen werden weitaus häufiger als schwache Charaktere gezeigt, die gerettet werden müssen.

Was ich dabei nicht verstehe ist, warum noch nicht in 90% der Spiele beim Start das Geschlecht des Hauptcharakters gewählt werden kann.

Aber schauen wir doch einfach mal, an welche Spiele ich mich am stärksten erinnere - als Näherung für die Frage, welche Spiele mich am meisten beeinflusst haben:


  1. Part 3 of Damsel in Distress got much better than part 2, I think. Well worth watching!
    With a (short) nod to Drakan (I only played the demo, but that was awesome) and a nice reference to Aquaria. Though she leaves out Naija fighting against huge monsters and talks instead about cooking and learning about her backstory. But actually 80% of the game is spend diving through deep waters, battling hostile underwater creatures to beautiful music and using tunes to cast spells. At least that’s true as soon as you learn the self-transformation spells to switch into battle-forms.
    On the story-idea in the end: I’d wish for an alternative start: The evil overlord who captured the princess comes to her to gloat about a prophecy which says she will be saved by a noble knight, and that this prophecy will never come true. Instead of hoping for a prince, she decides to leave, not intending to become anyones price.
    PS: Preexisting Stereotype about men: dumb husband who never accomplishes anything meaningful and is laughing stock of his family. That’s the trope employed in many comedy shows on TV… 

Agnes Krumwiede verwässert die Positionen des Grünen Parteiprogramms 2013 zum Urheberrecht

Bis gestern wusste ich, wen ich wählen will: Definitiv wieder Grün. Dann hat Agnes Krumwiede ihre Vision für die Zukunft der Musikbranche geschrieben.

Normalerweise würde ich ihr ihre Meinung einfach stehen lassen, aber sie wird als „Sprecherin für Kulturpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen“ vorgestellt.

Update 4: Da Agnes Krumwiede sich weigert, mir zu antworten, habe ich nun an den offiziellen Account der Grünen geschrieben. Ich habe sie gebeten, Agnes Krumwiede zu bitten, die Ergebnisse der Grünen Fachtagung zu beachten, ihnen den Link hierher gegeben und ihnen gesagt, dass ich selten so enttäuscht von einer Grünen Aussage war. Letzteres war vielleicht nicht ganz so konstruktiv. Ich hoffe, sie erkennen dahinter, dass ich die Grünen Aussagen zum Thema Urheberrecht sonst meist wirklich gut finde, denn nur wer positive Erwartungen hat kann enttäuscht werden.

Update 3: Heise fragte zu dem Thema: Hat Agnes Krumwiede eigentlich die Fotografen der Bilder in ihrem PDF bezahlt? „Nach einer Urheberangabe gemäß § 13 UrhG sucht man bei Krumwiede vergeblich“. Wobei hervorgehoben werden sollte, dass die Musikwoche die Fotos in einer kommerziellen Veröffentlichung verwendete, und Agnes Krumwiede sie als Platform nutzte, um gegen nichtkommerzielle Privatkopien, zu sprechen. Dazu gab es noch einen Link zu einer Grünen Fachtagung zum Thema: „Schluss mit Weltfremd“. Der zeigte Echte Grüne Netzpolitik: „Vergüten statt Verfolgen“.

Update 2: Ich habe Agnes Krumwiede gefragt, ob sie eine Langtext-Klarstellung schreiben kann. Mit 144 Zeichen pro Nachricht kommt es mir zu schnell zu Missverständnissen (und ich habe gemerkt, dass mein Schreibstil ein bisschen zu weit ins piratig-flamige geht, obwohl Agnes Krumwiede und ich größtenteils auf der selben Seite stehen. Wenn wir die eigenen Delegierten ständig angreifen, überstehen nur die, die uns nicht zuhören…). Sollte sie diese Klarstellung schreiben, verlinke ich sie, sobald ich davon erfahre.

Update: Agnes Krumwiede hat auf meinen Text geantwortet.

Solange sie sich nicht deutlich von dieser Rolle distanziert (z.B. über „ich spreche hier als Privatperson, nicht für meine Partei“), sollte sie daher meiner Meinung nach ihr Parteiprogramm wiedergeben. Denn das was sie schreibt, zerstört meine Sicherheit in meine Wahlentscheidung.1


  1. Das Grüne Wahlprogramm ist beim Urheberrecht sehr ängstlich, geht aber in die richtige Richtung (und wurde wirklich von der gesamten Basis entwickelt - über ihr funktionierendes Delegiertensystem). Dank Agnes Krumwiede habe ich jetzt gesehen, dass ein ängstlich-schwammiger Text nicht reicht, weil er allzu leicht so weit ausgelegt werden kann, dass am Ende das Gegenteil von dem herauskommt, was er im Wortlaut sagt. Was ich mir gewünscht hätte ist das hier: Piratenpartei zum Urheberrecht. Ich habe einige Gründe, aus denen ich die Piraten nicht wählen will (v.a. die wenig inklusive Diskussionskultur, das Thema Gleichberechtigung und dass sie sich in den Medien in die Rolle einer reinen Bürgerbeteiligungs-Partei drücken ließen). Aber mit Agnes Krumwiede habe ich jetzt einen wichtigen Grund, die Grünen nicht zu wählen (Wenn die Spitze nicht mitzieht, bringt das Parteiprogramm wenig. Stichwort Gewissensfreiheit). Sollte sich da bis zur Wahl nichts ändern, wähle ich wohl doch Piraten. Denn das Urheberrecht ist das zentrale Thema für kreative Freiheit im Internet. 

Machtkonzentration, Überwachung und Zersplitterung

Wege zur Macht über Andere

Wege zur Macht über Andere

→ Ein offener Brief an Frau Kappert von der Taz zu ihrem Kommentar über die NSA: Die Datenterroristen: Geheimdienste haben mehr Informationen, verlieren aber an Macht

Sehr geehrte Frau Kappert,

Ihr Kommentar fing in meinen Augen sehr gut an. Doch der Abschluss war schwächer als der Anfang erhoffen ließ.

Machtkonzentration, Überwachung und Zersplitterung (PDF)
PDF

Wenn hier in Deutschland Tausende vor Banken demonstrieren, dann kommt das eine Weile in den Nachrichten. Danach gibt es plötzlich ein paar Skandale und kurz darauf wird geräumt. Und dann ist es vorbei und alles geht so weiter wie bisher.

Konstantin Wecker sagte nach 35 Jahren als Musiker „Ich bin damals angetreten, die Welt mit meiner Musik zu verändern. Die Welt hat sich verändert. Aber was soll ich sagen: Ich war es nicht.“1

Inhalt:

Zustand

Vor 30 Jahren sind die Grünen angetreten, Frieden in der Welt zu verbreiten. Heute mischt Deutschland in jedem Krieg mit. Denn wir sind ja in der Nato, und da müssen wir helfen.

Die SPD ist angetreten, für die Arbeiter zu kämpfen. Jetzt waren sie an der Macht, und die Ungleichheit in Deutschland ist größer denn je.

Irgendjemand ändert hier etwas. Aber wir sind es nicht. Obwohl „unsere“ Parteien so stark sind wie nie zuvor.


  1. Reiche versuchen ihre Macht strukturell zu verankern: Macht und Geld wurden in den letzten Jahrzehnten immer stärker auf eine kleine Gruppe konzentriert, und kaum jemand wagt es, Geldbesitz als Rechtfertigung für Entscheidungsmacht anzuzweifeln. Diese kleine Gruppe arbeitet aktiv daran, ihre Macht in gesellschaftlichen Strukturen zu verankern. Dabei ist ihr Reichtum kein sinnvolles Maß für Leistung, nicht einmal ein selbst-konsistentes

NetzwerkB auf Bild-Niveau :(

→ Kommentar zur Aktion gegen Volker Beck von NetzwerkB.

Sie werfen hier soviel in einen Topf, dass ich Sie dabei nicht unterstützen kann und will.

Schlimmstes Beispiel:

Am Mittwoch, 10.

Ich lerne Steno, weil…

Ich lerne Stenografie, weil ich meine Schrift immer weiter entwickeln können will.

Ich lerne Steno, weil…

→ Mehr zu Steno…

Seite aktualisiert

Ich habe endlich draketo.de von Drupal 5 auf Drupal 6 aktualisiert. Das Theme habe ich noch nicht portiert, daher benutzt draketo.de jetzt erstmal das Standard-Layout von Drupal.

Menschenfeindliche Systeme

„Du musst alles tun, was du kannst.“

Gedanken zur Ausprägung verschiedener menschenfeindlicher Systeme.

Wenn du alles tun musst, was du kannst, hast du selbst kaum mehr Wahlfreiheit.

Druck:

  • Staats-Kommunismus: Der Staat stellt fest, was du kannst. Das ist deine Aufgabe.
  • Amerikanischer Kapitalismus: Wenn deine Qualifikation nicht passt, wirst du nicht genommen (zu schlecht oder zu gut → aufmüpfig). Ideologischer Druck.

Thank you for your Flattr’s! | Danke für eure Flattr! | Dankon por vian Flattrn!

It’s always a great feeling to see a flattr - Thank you for your support!
You can find new free works for you enjoyment on draketo.de (infrequent and bursty) and 1w6.org (currently weekly but mostly in German).

ArneBab on Flattr

Es ist ein tolles Gefühl, geflattrd zu werden - Danke für eure Unterstützung!

Wahlprogramm der „Alternative für Deutschland“, kritisch gelesen

Ich habe inzwischen von mehreren Leuten gehört, diese Professoren von der AfD wären ja gebildet und hätten ein gutes Programm.

PDF (drucken)

Org (bearbeiten)

Um nicht nur meine Meinung zu schreiben, sondern sie auch zu belegen, habe ich das Programm nochmal Schritt für Schritt gegengelesen und kommentiert.

Ich bin nicht auf viel gestoßen, dem ich zustimmen kann (dafür auf einige Horrorstellen) - abgesehen von Punkten, die eh schon Gesetz sind.

Jetzt aber zum Programm.

Programm der „Alternative für Deutschland“

Belege für die Aussagen hier habe ich im Artikel Wahlprogramm der „Alternative für Deutschland“, kritisch gelesen geschrieben.

Ich wollte heute einen Artikel zum Programm der „Anternative für Deutschland schreiben und habe es geschafft, nach 3 Stunden Schreiben und Recherche den Artikel zu löschen. Aber die Nachdenkseiten treffen die Kritik in meinem Artikel zum Glück mit noch mehr Hintergrund, so dass ich stattdessen jetzt einfach auf den Artikel der Nachdenkseiten verlinke:

Hintergrund zur AfD von den Nachdenkseiten:
Können Markt­radikale und Nationalchauvinisten eine „Alternative für Deutschland“ sein?
— mit Unterstützerliste (und Hintergrund zu den Unterstützern).

Wirtschaftsaufsicht für legale Prostitution

→ Antwort auf die Aussage „Es gäbe so viel Sinnvolleres anzuprangern als legale Prostitution“ von Antje Lang-Lendorff in der Taz.

Bei legaler Prostitution gibt es sehr wohl etwas anzuprangern: Dass im Zuge der Legalisierung nicht gleichzeitig eine effektive Wirtschaftsaufsicht eingeführt wurde.

Für jede Masseurin, Psychologin oder Gastwirtin gibt es hierzulande klare Gesetze, und ein Verstoß dagegen führt zur Schließung.

Wir haben Gesetze dafür, wie Salat in Dönerbuden aufbewahrt werden muss, und ein Verstoß dagegen wird direkt geahndet. Wir dürfen nichtmal ein Soya-Getränk auf der Verpackung als Milch bezeichnen.

Warum haben wir dann keine geprüften Vorgaben, die regeln, wie ein Bordell geführt werden muss, damit die Rechte aller Beteiligten gewahrt bleiben? Und die Auskunftspflichten definieren, die natürlich geprüft werden?

Was wir dafür brauchen ist einfach eine Definition, was gute Prostitution ist und wie sie funktionieren kann.

Spaß mit import from in Python

→ Antwort auf Is it in this case : http://identi.ca/url/75523035 (see : [01:16]1 — Julien-Claude Fagot, die eine Antwort war auf One more reason why you should not use “from bla import foo”: print __import__(obs.__class__.__module__).__file__ — ArneBab

Datei: bla.py

def foo():
    print "bla"

Interaktiver Test:

\>>> import bla
\>>> bla.foo()
bla
\>>> def fu():
...   print "fu"
...
\>>> fu()
fu
\>>> from bla import foo
\>>> foo()
bla
\>>> bla.foo = fu
\>>> bla.foo()
fu
\>>> foo()
bla

Profifrage: Was passiert, wenn du from bla import foo nach bla.foo = fu ausführst?


  1. dsop: if you use 'bla.foo', then yes, you can assign to bla.foo and you'll see the change. If you do 'from bla import foo', then your locally imported 'foo' will not 'see' changes to bla.foo. 

Namespaces in Emacs Lisp - ohne den Interpreter zu ändern

» Adding namespace support to emacs lisp in a macro with just 15 lines of code - it’s things like this which make lisp feel like the mother of all languages.«1

(defmacro namespace (prefix &rest sexps)
  (let* ((naive-dfs-map
          (lambda (fun tree)
            (mapcar (lambda (n) (if (listp n) (funcall naive-dfs-map fun n)
                                  (funcall fun n))) tree)))
         (to-rewrite (loop for sexp in sexps
                           when (member (car sexp)
                                        '(defvar defmacro defun))
                           collect (cadr sexp)))
         (fixed-sexps (funcall naive-dfs-map
                               (lambda (n) (if (member n to-rewrite)
                                               (intern
                                                (format "%s-%s" prefix n)) n))
                               sexps)))
    `(progn ,@fixed-sexps)))
(provide 'namespace)
(require 'namespace)
(namespace foo
           (defun bar ()
             "bar")
           (defun foo (s)
               "foo"))
(foo-foo (foo-bar))

Disclaimer: This code is not perfect. It will likely fail in unpredictable ways, and the number of not supported corner-cases is probably huge - and unknown. But (and that’s the relevant result) you can do this right. Rainer Joswig gives pointers for that on Stackoverflow: “What you actually need is a so-called code-walker”. Also he shows examples where the code breaks.

(Der Hauptteil dieses Codes stammt von vpit3833 und konr und ich darf ihn verwenden. Er funktioniert dank einer Korrektur von Stefan. Er ist nicht perfekt, aber da er mir v.a. dazu dienen soll, meine eigenen Codeschnipsel besser zu organisieren, sollte ich das verschmerzen können)

Der Code mag schwer lesbar sein, hat aber riesige Implikationen: Du als einfacher Endnutzer des Lisp-Interpreters kannst Namespace-Support hinzufügen, ohne dass die Hauptentwickler dafür irgendetwas machen müssen.


  1. Der Code stammt größtenteils aus einer Diskussion auf Stackoverflow

Steno: Eindeutig rekonstruierbare Piktogramme

Steno1 strukturiert den Prozess der Vereinfachung der Schrift, so dass sichergestellt ist, dass die für das Verständnis des Inhaltes notwendigen Teile der Schrift erhalten bleiben.

Mir ermöglicht es gleichzeitig entspanntes, schönes und schnelles2 Schreiben, das ich mein ganzes Leben lang verbessern kann.

Beispiel:   Steno Stufe 23
             „Wir danken dem Käufer des Essens“

In der Schule hatte ich immer Probleme mit der Schönschreibung. Die Schrift war für mich ein Werkzeug, um Informationen festzuhalten. Ich habe daher nicht eingesehen, warum ich Zeit darauf verwenden sollte, meine Buchstaben besonders rund, glatt oder verschnörkelt zu machen. Schließlich waren selbst grausig verstümmelte Buchstaben noch lesbar.

Beim Versuch den Aufwand beim Schreiben zu reduzieren habe ich meine Schrift verkleinert und die Formen der Buchstaben und Wörter reduziert (zum Beispiel wurde die Nachsilbe -ung einfach zu einem angehängten -g, erkennbar durch die Schleife unten).

Ein großer Teil der Schrift war für mich einfach nur Ballast.


  1. Steno steht für Stenografie (Kurzschrift) und ist nicht zu verwechseln mit Stego: Steganografie (der Kunst, Informationen in anderen Informationen zu verstecken). 

  2. Um meine eigene Geschwindigkeit zu testen, habe ich Testtexte mit im Deutschen häufigen Wörtern getippt und in Steno geschrieben. Beim Tippen komme ich auf 470 Zeichen pro Minute. Beim entspannten Schreiben in Steno auf 250 bis 4004. Allerdings verbrauche ich bei Steno immernoch viel Zeit mit Denken (vor jedem Wort), weil die Umsetzung von Wort in Druckschrift in ein Steno-Kürzel bei mir noch nicht komplett automatisch läuft. Und Steno fühlt sich deutlich entspannter und natürlicher an als Tippen. 

  3. Das Bild ist mit Inkscape erstellt. Dank Glättung der Pfade sieht man nicht so deutlich, dass ich die Zeichen mit der Maus gemahlt habe… ☺ 

  4. 250 Zeichen pro Minute sind etwa 100 Silben pro Minute. Professionelle Stenografen müssen mindestens 360 Silben pro Minute schreiben können, ich hätte also noch einiges an Weg vor mir, wenn ich mit Steno Geld verdienen wollte ☺ 

Frauenfeindlichkeit auf Hacker-Treffen

Ich lese gerade zum zweiten oder dritten Mal dieses Jahr von einer Frau, die sehr engagiert in die Hacker-Gemeinschaft eingestiegen ist und rausgedrängt und angegriffen wurde, ohne Hilfe zu bekommen.

Update: Asher Wolfs Seite wurde gehackt. Der Text ist auf pastebin gespiegelt. Ich habe ihn in freenet hochgeladen: asher-hacker-community-talk.txt.

Monitor bringt typischen Tauschbörsen-FUD: Fordere Richtigstellung

→ Offener Brief an die Redaktion von Monitor (Kontakt).

Sehr geehrtes Monitor-Team,

In der Urheberrechts-Sendung vom 26.04.2012 stellten Sie einige seltsame Aussagen auf:

„Wenn das geschieht wird das gesamte Musikalische Programm aus Tauschbörsen frei erhältlich sein“

Das ist doch schon seit Jahren so…

„und das wird dazu führen, dass nur noch sehr wenige Konsumenten aus legalen Quellen diese Musik erwerben“

Realitäts-Check: Die Musikverlage verdienen mehr Geld denn je.

Freie Software kann Geld bringen

→ Kommentar zum Artikel Open Source ist tot von Stefan Wienströer, in dem er sich über anmaßende Benutzer beklagt, die von ihm gratis Telefonsupport fordern….

Hi Stefan,

Lass dich bitte von so ein paar Idioten nicht unterkriegen. Wenn ich ein Programm geschrieben hätte, das so viele Leute toll finden, dass sogar Leute dabei sind, die Telefonsupport wollen, würde ich einfach antworten: „Du willst Telefonsupport? Kein Ding: 20€ die Stunde, dann machen wir das.

Amokläufer sind UNAUFFÄLLIG - die Ultimative Theorie des Spiegels

Der Spiegel hat heute die ultimative Theorie aufgestellt, wie man Amokläufer erkennt.[^link] Was alle Amokläufer vereint:

Sie sind UNAUFFÄLLIG

Inhalt abgleichen
Willkommen im Weltenwald!
((λ()'Dr.ArneBab))



Beliebte Inhalte

sn.1w6.org news

Kommunikation im Internet ist in Gefahr!

Liebe Besucher,
leider müssen wir euch kurz unterbrechen:

Das EU-Parlament stimmt nächste Woche über eine Urheberrechtsreform ab,
die alle kleinen Kommunikationsplattformen in ihrer Existenz bedroht.

Offener Brief der Forenbetreiber

Wir bitten euch daher darum, dass ihr

Vielen Dank für eure Unterstützung!

Euer Draketo

Wir sind Teil des #321EUOfflineDay